Neues aus der MS-Forschung

In den letzten Jahren ist das Therapieangebot für MS-Betroffene stetig gestiegen, sodass der Verlauf der Erkrankung heute mithilfe moderner Therapien positiv beeinflusst und Patienten zu mehr Lebensqualität verholfen werden kann. Dennoch besteht mit Hinblick auf Sicherheit, Therapielast und Wirksamkeit nach wie vor ein ungedeckter therapeutischer Bedarf. Idealerweise ist MS eines Tages heilbar. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Über notwendige und vielversprechende Schritte haben sich Mediziner und Wissenschaftler kürzlich auf zwei wichtigen Kongressen ausgetauscht: Auf dem European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) und auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurden viele neue Studienergebnisse präsentiert.

 

In den letzten Jahren ist das Therapieangebot für MS-Betroffene stetig gestiegen, sodass der Verlauf der Erkrankung heute mithilfe moderner Therapien positiv beeinflusst und Patienten zu mehr Lebensqualität verholfen werden kann. Dennoch besteht mit Hinblick auf Sicherheit, Therapielast und Wirksamkeit nach wie vor ein ungedeckter therapeutischer Bedarf. Idealerweise ist MS eines Tages heilbar. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Über notwendige und vielversprechende Schritte haben sich Mediziner und Wissenschaftler kürzlich auf zwei wichtigen Kongressen ausgetauscht: Auf dem European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) und auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurden viele neue Studienergebnisse präsentiert.

Neues aus der MS-Forschung

An jeweils vier Tagen im September haben Experten auf dem ECTRIMS und dem DGN die verschiedenen Verlaufsformen von Multipler Sklerose und neue mögliche Behandlungswege diskutiert. Dabei zeigte sich auch, dass es bei vielen MS-Patienten ungedeckte therapeutische Bedürfnisse gibt, unter anderem im Hinblick auf Sicherheit, Wirksamkeit und Therapielast. Dazu zählt zum Beispiel, die Therapietreue dadurch zu erhöhen, dass Medikamente weniger häufig eingenommen werden müssen und die Therapielast reduziert wird. Darüber hinaus haben auf den Kongressen vorgestellte Studienergebnisse auch gezeigt, dass Patienten selbst – also auch Du – aktiv zu einer erfolgreichen Therapie beitragen können. Die wichtigsten Neuigkeiten haben wir hier für Dich zusammengestellt

Schluss mit den Glimmstengeln – jetzt erst recht

Eine Studie aus Dänemark liefert weitere Aufschlüsse zu den Auswirkungen des Rauchens auf den Verlauf der MS. Die Forscher wiesen in ihrer Studie nach, dass bei Rauchern eine Schachtel Zigaretten pro Tag die Schubrate um 25 Prozent erhöht. Die Arbeit reiht sich damit in eine Serie von Studien ein, die allesamt darlegen, dass sich Rauchen bei MS negativ auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Du hast bereits erfolglos versucht, das Rauchen sein zu lassen? Dann sprich mit Deinem Arzt – er kann Dir helfen.

Vitamin D

Bereits seit längerer Zeit wird das Thema Vitamin D im Zusammenhang zur MS diskutiert. Auf dem ECTRIMS gab es dazu neue Ergebnisse: Studien haben gezeigt, dass ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel sowohl mit einem höheren MS-Risiko als auch mit einem ungünstigeren Krankheitsverlauf bei Menschen verbunden ist, die bereits an Multipler Sklerose leiden. Bisher gibt es noch keinen Beweis dafür, dass der zu niedrige Vitamin-D-Spiegel tatsächlich ursächlich ist und folglich eine Einnahme von Vitamin D einen schützenden Effekt hat. Für die Wissenschaftler ein Kongresshöhepunkt: Zwei auf dem ECTRIMS präsentierte Studien legen jetzt nahe, dass eine Einnahme von Vitamin-D-Präparaten tatsächlich den Verlauf der MS günstig beeinflussen könnte. Weitere Behandlungsstudien laufen und werden hoffentlich bald klarere Antworten bringen.

Salz in unserer Haut

Auf dem DGN, dem zentralen Wissenschafts-, Fortbildungs- und Diskussionsforum der neurologischen Medizin in Deutschland, zeigte sich unter anderem ein weiterer Hinweis dafür, dass wahrscheinlich auch die Umwelt einen Einfluss auf den Verlauf der Multiplen Sklerose hat. Studienergebnisse verdichten Hinweise darauf, dass beispielsweise Salzkonzentrationen, die über die Nahrung aufgenommen werden, direkt zu einer Aktivierung von autoaggressiven Immunzellen führen. Sie zeigten außerdem, dass die Salze über Ablagerungen in der Haut von MS-Patienten direkt die Immunaktivierung verstärken können. Das Ergebnis ist spezifisch und wird nicht in anderen Organen beobachtet. Salz scheint somit autoimmunologische Prozesse zu beeinflussen. Inwieweit sich diese Erkenntnisse auf die MS und ihre Behandlung auswirken können, wollen Forscher noch klären.

¹ AMSEL, Landesverband e.V. (2016): Therapeutische Höhepunkte vom ECTRIMS-Kongress 2016. Online-Quelle. URL: http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Therapeutische-Hoehepunkte-vom-ECTRIMS-Kongress-2016_6608, zuletzt abgerufen am 13.10.2016

² Ärzte Zeitung (2016): Hochdosiertes Vitamin D hilft bei MS. Online –Quelle. URL: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/article/919802/direkt-londoner-ms-kongress-hochdosiertes-vitamin-d-hilft-ms.html?sh=2&h=-1973025314, zuletzt abgerufen 01.11.2016

³ Deutsche Gesellschaft für Neurologie (2016): Update Multiple Sklerose: Die therapeutischen Möglichkeiten erweitern sich. Online-Quelle. URL: http://www.dgn.org/images/red_pressemitteilungen/2016/FachPK_Pressemappe_final.pdf, zuletzt abgerufen am 26.10.2016