Neurodegenerative Erkrankungen – viele Fragen sind noch unbeantwortet

Genf (sr) – Neurodegenerative Erkrankungen wie die Multiple Sklerose oder die Alzheimer Demenz sind durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen gekennzeichnet. Die Zahl dieser Erkrankungen wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung weiter zunehmen. So kommt der Erforschung ihrer Ursachen große Bedeutung zu, da sich daraus häufig neue Behandlungsansätze ableiten lassen.Wie Prof. Pierluigi Nicotera aus Bonn bei einem Symposium der Merck Serono berichtete, ist z. B. die Abnahme der Hirnleistung bei Alzheimer-Patienten mit dem Verlust der Dornfortsätze bestimmter Nervenzellen verbunden. Verantwortlich für diesen Prozess, der zum  Absterben der Zellen führt, ist ein Enzym namens Caspase-3.Aber auch andere Mechanismen werden zurzeit von den Neurologen diskutiert: Dazu gehören, wie Nicotera weiter ausführte, ein gestörter Proteinstoffwechsel mit einer Anhäufung von Abfallprodukten aus Nervenzellen, eine Erhöhung der Kalziumspiegel im Gehirn, wie sie nach Schlaganfällen vorkommt, aber auch die Freisetzung entzündlicher Botenstoffe durch spezielle Immunzellen des Gehirns, der Mikroglia.Auch wenn auf diesem Gebiet heute viele Fragen noch unbeantwortet sind, ist damit zu rechnen, dass sich in Zukunft aus diesen Forschungsergebnissen vielfältige Diagnose- und Therapieansätze ergeben werden.Quelle: Current Congress Februar 2011, Neurodegenerative Diseases Discovery Day