Neurologische Erkrankungen sind in Europa mit hohen Kosten für die Gesundheitssysteme verbunden

Barcelona (sr) – Neurologische Erkrankungen sind für die Betroffenen nicht nur mit großem Leid und Einschränkungen der Lebensqualität verbunden, sondern stellen für die Gesundheitssysteme in Europa auch einen großen Kostenfaktor dar. Dies betonten Experten anlässlich des Kongresses der Europäischen Neurologischen Gesellschaft (ENS), der im Juni in Barcelona stattfand. Laut einer neueren Studie müssen die 27 EU-Mitgliedsländer plus der Schweiz, Norwegen und Island insgesamt 798 Milliarden Euro für neuropsychiatrische Erkrankungen aufbringen. Dabei nimmt die Demenz mit 105,2 Milliarden den ersten Platz ein, gefolgt u.a. von Schlaganfällen mit 64,1 Milliarden und Kopfschmerzen mit 43,5 Milliarden. Aber auch verhältnismäßig seltene Erkrankungen schlagen stark zu Buche. So sind die Multiple Sklerose mit 14,6 Milliarden und die Parkinson’sche Krankheit mit 13,9 Milliarden Euro an den Kosten beteiligt.„Insgesamt 220 Millionen Menschen sind in Europa von neurologische Erkrankungen betroffen“, sagt ENS- Präsident Professor Claudio Bassetti von der Berner Universitätsklinik. „Wir wissen nun, dass wir bisher die Kosten, die mit diesen Erkrankungen verbunden sind, stark unterschätzt haben.“ Wie der ENS Präsident betonte, genießen neurologische Erkrankungen in der Öffentlichkeit wesentlich weniger Aufmerksamkeit als onkologische oder kardiovaskuläre Erkrankungen. Ein gutes Zeichen dafür, dass sich das langsam ändere, zeige die Tatsache, dass die EU diesem Thema mehr Wichtigkeit beimesse. So sei das Jahr 2014 zum „Europäischen Jahr des Gehirns“ deklariert worden.Quelle: Pressemitteilung der European Neurological Society (ENS) vom 10.06.2013