Neuromyelitis optica – Biomarker ermöglicht Abgrenzung zur MS

Hamburg (sr) – Die Neuromyelitis optica (NMO) ist eine mit Demyelinisierung der Nervenzellen einhergehende entzündliche Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems mit ungünstiger Langzeitprognose. Ihr häufig schubförmiger Verlauf sowie ihre Symptome deuten zumindest in der Anfangsphase oft auf eine Multiple Sklerose hin. So finden sich sowohl eine Entzündung des Sehnerves (Neuritis nervi optici) als auch eine Entzündung des Rückenmarkes (Myelitis) als Symptome, wie Prof. Brigitte Wildemann auf dem 8. Interaktiven Symposium der Merck Serono in Hamburg erläuterte. Die therapeutischen Prinzipien seien allerdings anders als das Vorgehen bei Patienten mit MS. Die NMO sei somit eine wichtige Differentialdiagnose der MS und müsse dementsprechend von ihr abgegrenzt werden.Als Meilenstein für die Einordnung der NMO als Autoimmunerkrankung könne die Entdeckung eines spezifischen Autoantikörpers im Serum von betroffenen Patienten gelten. Dieser Autoantikörper ist gegen ein körpereigenes Protein, den Wasserkanal Aquaporin-4 (AQP4) gerichtet, mit dem erstmals ein menschliches Autoantigen gegen eine Erkrankung aus dem MS-Formenkreis entdeckt worden war.Inzwischen gilt der Aquaporin-Antikörper als hervorragender Biomarker für die Diagnose der NMO, der eine Differenzierung gegenüber der MS ermöglicht. Der Nachweis der Antikörper im Serum von Patienten sei hochspezifisch, erklärte Prof. Wildemann  Mit den inzwischen verfügbaren rekombinanten Testverfahren sei es möglich, Aquaporin-Antikörper in bis zu 80% der Fälle nachzuweisen. Insbesondere bei Patienten mit bestimmten Formen einer Rückenmarksentzündung oder einer Entzündung des Sehnervs sei der Nachweis der Antikörper wichtig für die Prognose und gleichbedeutend mit einem erhöhten Risiko, im weiteren Verlauf eine NMO zu entwickeln, so Prof. Wildemann abschließend.Quelle: B. Wildemann, NMO und Aquaporin-4-Antikörper – Abgrenzung zur MS, 8. Interaktives Symposium Merck Serono, Hamburg, 06.02.2012