Niedrige Antioxidantienspiegel bei Frauen mit MS

Frauen mit Multipler Sklerose scheinen zu wenige Antioxidantien mit der Nahrung aufzunehmen. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie hin, die Dr. Sandra D. Cassard und Kollegen von der Johns Hopkins Universität in Baltimore anlässlich der 67. Jahrestagung der Amerikanischen Neurologischen Akademie (AAN) in Washington vorstellte.

Antientzündliche und antioxidative Nährstoffe verringern potenziell das Risiko für das Entstehen neurologischer Erkrankungen wie MS bzw. die Progression der Krankheit bei schon Betroffenen. Laut Dr. Cassard könnte die Zunahme der MS-Häufigkeit in den letzten Jahren auch auf Veränderungen bei der Aufnahme solcher antioxidativer/antientzündlicher Nahrungsbestandteile zurückzuführen sein. In ihrer Studie befragten die Wissenschaftler 57 Frauen (27 mit MS und 30 Gesunde) im Alter von 18 bis 60 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten in den vorangegangenen 12 Monaten. Dabei fanden sie heraus, dass Frauen mit MS im Vergleich zu den gesunden Frauen geringere Blutspiegel an einer Reihe von antientzündlichen und antioxidativen Nährstoffen hatten, unter anderem Folsäure, Vitamin E, Magnesium und Quercetin. Allerdings räumen die Forscher ein, dass bisher nicht klar ist, ob die geringere Aufnahme der fraglichen Substanzen MS auslösen kann oder die Folge einer bestehenden MS ist. „Zwar steht außer Frage, dass die antientzündlichen und antioxidativen Nährstoffe ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sind“, so Dr. Cassard. „Das bedeutet aber nicht, dass betroffene Frauen jetzt die Aufnahme an solchen Nährstoffen erhöhen sollten. Unsere Ergebnisse sind vorläufig und müssen noch in größeren Studien bestätigt werden, bevor wir eine Ernährungsumstellung bei MS empfehlen können.“

Quelle: Medical News Today vom 20. Februar 2015