Nur geringes Vererbungsrisiko bei MS

Stockholm (sr) Obwohl Multiple Sklerose durch genetische Faktoren mitverursacht wird, scheint das Risiko einer Vererbung geringer zu sein als bisher angenommen. Dies ist die Folgerung aus den Ergebnissen einer Studie, die vom Karolinska Institutet in Schweden durchgeführt und nun in der Fachzeitschrift „Brain“ veröffentlicht wurde.

Mithilfe des schwedischen Mehr-Generationen-Registers untersuchten die Forscher insgesamt 28.000 Personen, bei denen seit 1968 eine MS diagnostiziert wurde. Darüber hinaus wurden sowohl biologische als auch adoptierte Verwandte identifiziert und das Risiko für das Auftreten einer MS für diese Gruppen analysiert. Dabei zeigte sich, dass dieses Risiko offensichtlich geringer ist als bisher vermutet. Geschwister eines MS-Patienten hatten danach ein siebenfach höheres Risiko als Personen der Allgemeinbevölkerung, Kinder von MS-Patienten ein fünffach höheres Risiko. Bei Enkeln bzw. Nichten oder Neffen war das Risiko nicht erhöht.
Weiterhin analysierten die Wissenschaftler mithilfe des Zwillingsregisters bei Zwillingen mit MS den jeweiligen Beitrag von genetischen bzw. Umweltfaktoren zur Entstehung einer MS. Die Analyse bestätigte frühere Ergebnisse. Demnach wird eine MS primär durch genetische Faktoren ausgelöst und erst in zweiter Linie durch individuelle Risikofaktoren. Die jeweilige Umgebung der Betroffenen scheint dabei nur eine geringe Rolle zu spielen.

Quelle: Medical News Today. MediLexicon, Intl., 23 Jan. 2014. Web. 9 Feb. 2014.