Nur wenige MS-Patienten sind sportlich aktiv

Prag (sr) – Dass sportliches Training bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) eine positive Wirkung auf Mobilität, Alltagskompetenz und Lebensqualität hat, konnte in zahlreichen Untersuchungen gezeigt werden. Umso erstaunlicher ist, dass nur ein geringer Teil der MS-Kranken regelmäßig Sport treibt. Dies zumindest  ist das Ergebnis einer Umfrage bei 1100 MS-Kranken im Saarland, die von Stephanie Kersten vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlands auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Neurologischen Gesellschaft (ENS) in Prag vorgestellt hat.Danach nahmen nur 46 % der Befragten an regelmäßigen körperlichen Übungen oder Sport teil, vor der Diagnose waren es noch 59 %. Auch die Zeit, die für sportliche Betätigungen investiert wurde, ging nach erfolgter MS-Diagnose zurück.Gründe dafür seien im Wesentlichen mangelnde Informationen von Seiten der Ärzte und Physiotherapeuten, aber auch Mythen und Fehlinformationen, kommentierte Kersten ihre Ergebnisse. So bestehe bei manchen Patienten die Befürchtung, dass Sport ihre Beschwerden verschlimmert, anderen sei empfohlen worden, sich nicht allzu sehr anzustrengen. Dabei gebe es kaum Einschränkungen für MS-Patienten beim Sport. Da die Erholungsphasen bei MS-Kranken im Vergleich zu Gesunden jedoch länger seien, sei es wichtig für die Betroffenen, sich nicht zu überanstrengen und auch häufiger mal eine Pause zu machen.Quelle: springermedizin.de, 25.06.2012 nach: S. Kersten et. al. Exercise behaviour in multiple sclerosis patients, 22. Jahrestagung der Europäischen Neurologischen Gesellschaft Prag 2012, Vortragsveranstaltung 21, Neurorehabilitation,  11.06.2012