Quecksilberexposition erhöht das Risiko für Autoimmunerkrankungen

Es ist schon länger bekannt, dass eine Exposition mit hohen Quecksilberkonzentrationen bei den Betroffenen zu Nervenschäden führen sowie im Falle einer Schwangerschaft die fötale Entwicklung stark beeinträchtigen kann.

Ein Forscherteam von der Universitätsklinik Michigan hat nun herausgefunden, dass sogar geringe, bisher für unschädlich gehaltene Konzentrationen des Metalls Gesundheitsstörungen, insbesondere Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose (MS) nach sich ziehen können. Quecksilber ist ein natürlich vorkommendes Metall. Wenn es allerdings mit Wasser oder Erde in Kontakt kommt, wird es durch Mikroorganismen in eine organische Substanz – Methylquecksilber – umgewandelt, und kann so – z. B. über Fische – in die Nahrungskette gelangen. Dr. Emily Somers und ihre Kollegen haben nun die Ergebnisse von Haar- und Blutanalysen von insgesamt 1352 Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass in den Proben die Konzentrationen von Autoantikörpern umso höher waren, je höher die Quecksilberspiegel ausfielen. Autoantikörper sind Eiweißstoffe, die gebildet werden, wenn der Körper nicht mehr zwischen gesundem Gewebe und potenziell krankmachenden Zellen unterscheiden kann. „Wir wissen, dass der Nachweis von Autoantikörpern ein starker Hinweis auf das mögliche spätere Auftreten einer Autoimmunerkrankung wie die MS ist“, stellt Dr. Somers fest. „Der Kontakt mit Methylquecksilber hat sich dabei selbst in geringen, bisher sogar für Schwangere für sicher gehaltenen Konzentrationen als ein wichtiger Risikofaktor für das Auftreten solcher Erkrankungen herausgestellt.“

Quelle: Medical News Today vom 27. Februar 2015