Rauchen verschlimmert eine Multiple Sklerose – Rauchstopp verbessert den Verlauf

Bochum (sr) – Die Multiple Sklerose (MS) nimmt bei Rauchern einen schwereren Verlauf und schreitet schneller voran als bei Nichtrauchern. Dies ist das Ergebnis einer Studie, über die britische Neurologen jetzt in der Fachzeitschrift  „Brain“ berichten. „In der Bevölkerung verbindet man mit den Gesundheitsrisiken des Rauchens meist Lungenkrebs und Gefäßverschlüsse“, kommentierte dazu Professor Ralf Gold (Bochum), Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Rauchen hat aber noch eine dritte Dimension“, erklärt Gold. „Der heiße Rauch und die Teerstoffe regen das Immunsystem der Lunge an und können auf diese Weise eine MS verstärken“. Um Genaueres über den Einfluss des Rauchens auf die MS zu erfahren, hatten die Ärzte um Professor Cris S. Constantinescu an der Universität von Nottingham die Daten von 895 Patienten ausgewertet. Fast die Hälfte davon waren regelmäßige Raucher. Beim Vergleich dieser Gruppe mit Patienten, die niemals geraucht hatten, zeigte sich, dass die Krankheit bei den Rauchern eindeutig schlimmer war: Auf der zehn Punkte umfassenden Skala EDSS, die den Schweregrad der Behinderung erfasst, waren die Werte der Raucher um durchschnittlich 0,68 Punkte schlechter. Die Raucher hatten ein um 64 Prozent höheres Risiko, auf der EDSS-Skala den Schweregrad 4 zu erreichen, bei dem man nicht mehr voll gehfähig ist. Das Risiko, den Schweregrad 6 zu erreichen, ab dem man ohne Unterstützung nicht weiter als 100 Meter gehen kann, war für Raucher um 49 Prozent erhöht. Die britische Studie fand auch erstmals Beweise für den möglichen Nutzen eines Rauchstopps bezüglich des Fortschreitens der MS. Der Verzicht auf Zigaretten nützte sowohl Patienten, die vor dem Ausbruch der MS mit dem Rauchen aufgehört hatten, als auch denjenigen, die erst später auf Zigaretten verzichteten. Für beide Gruppen sank das Risiko, einen EDSS Wert von 4 oder 6 zu erreichen, um etwa ein Drittel im Vergleich zu Patienten, denen es nicht gelang, mit dem Rauchen aufzuhören.Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie vom 15. Juli 2013, http://idw-online.de/de/news?print=1&id=543504