Rückblick

Nach zwei Jahren Meditationen erscheint heute die letzte von Maximilian Dorner. Zeit für eine Rückschau.

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Fast zwei Jahre habe ich nun alle zwei Wochen meditiert, über Themen, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, mir aufgegeben haben. Diese Reihe läuft heute aus. Es ist Zeit, Lebewohl zu sagen. Oder doch besser: Auf Wiedersehen!

Ich muss gestehen, ich werde dieses Ritual vermissen und hoffe, dass ich trotzdem irgendwie weiter für Sie schreiben darf. Lassen wir uns überraschen. Ich danke Ihnen also für Ihre Geduld, Ihr Interesse und dafür, dass Sie bereit waren – vielleicht nicht immer, aber ab und zu – sich im Spiegel meiner Texte wiederzuerkennen.

Was mich dabei immer wieder erstaunt hat: Jeder von uns hat seine ganz eigene Geschichte im Umgang mit dem Dämon MS oder mit anderen. Jeder hat seinen eigenen Weg gefunden, mit ihm zu leben. Und jeder hat andere Narben von den Kämpfen mit ihm behalten und andere Ängste. Und dennoch gibt es so viel Gemeinsames, so viel Verbindendes. Dieses Wissen trägt und erleichtert. Leid macht also gleichermaßen einsam, wie es einen zusammenschweißt …

Man uns anerzogen, dass man bei Krankheiten zum Arzt geht. Mir wurde im Lauf der Jahre immer klarer, dass es nicht reicht, seinen Körper bei Medizinern abzugeben. Genauso wichtig ist, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen von diesem Dämon. Aber das bedeutet zunächst: hinzuschauen und dann eine Sprache zu finden … Beides ist eine große Herausforderung. Wie wohltuend ist es, dies gemeinsam zu tun. Das habe ich erfahren in den beiden Jahren.

Am meisten aber hat mich berührt, dass ich immer mal wieder in Nebenbemerkungen von Fremden, Bekannten und Freunden bemerken durfte, dass meine Texte nicht nur gelesen worden sind, sondern manchmal auch Spuren hinterlassen haben. Was kann einem als Autor Schöneres passieren?

Kommen Sie gut durch die Jahreszeiten, und mögen alle Dämonen in einen langen Winterschlaf fallen, aus dem sie nie mehr erwachen, Ihr Maximilian Dorner

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