Schichtarbeit in jungen Jahren erhöht MS-Risiko

STOCKHOLM (Biermann) – Junge Menschen, die einer Schichtarbeit nachgehen, haben ein erhöhtes MS-Risiko. Dies haben schwedische Wissenschaftler in zwei groß angelegten Studien mit mehr als 14.000 Studienteilnehmern herausgefunden.

Wie Anna Karin Hedström vom Karolinska Institut in Stockholm und Kollegen in den „Annals of Neurology“ berichten, fanden sie in beiden Untersuchungen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Schichtarbeit in jungen Jahren und dem Auftreten von Multipler Sklerose. So hatten Jugendliche, die vor ihrem 20. Geburtstag bereits drei Jahre Schichtarbeit hinter sich hatten, ein etwa doppelt so hohes Risiko, an MS zu erkranken, wie junge Menschen, die bis dahin keiner Schichtarbeit nachgegangen waren.

„Die beobachtete Assoziation zwischen Schichtarbeit und dem Auftreten von Multipler Sklerose in zwei unabhängigen Untersuchungen verstärkt den Eindruck eines echten Zusammenhangs. Die Folgen von Schichtarbeit wie Störung des Biorhythmus und Schlafstörungen hängen mit einer gestörten Melatonin-Ausschüttung und verstärkten Entzündungsreaktionen zusammen und könnten so Teil des Mechanismus hinter dem beobachteten Zusammenhang sein“, erklären die Wissenschaftler.