Schlafstörungen – eine unerkannte Epidemie bei Patienten mit MS?

Davis (sr) In einer breit angelegten Studie zu Schlafstörungen bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) haben Forscher um Prof. Steven Brass vom Schlaflabor der Universität von Kalifornien in Davis herausgefunden, dass einem der häufigsten und unangenehmsten Symptomen der MS, der Fatigue, häufig eine unerkannte Schlafstörung zugrunde liegt.

Um das Ausmaß von Schlafstörungen bei MS-Patienten zu erfassen, befragten Brass und seine Kollegen über 2000 Mitglieder des kalifornischen Landesverbandes der Nationalen MS-Gesellschaft.
Die Studienteilnehmer wurden gebeten, einen zehnseitigen Fragebogen auszufüllen, in dem sie Fragen zum Vorliegen einer obstruktiven Schlafapnoe (Verlegungen der oberen Atemwege durch den erschlafften Zungengrund während des Schlafes), von Tagesmüdigkeit, Schlaflosigkeit oder eines „Restless Legs“-Syndromes, einer Bewegungsstörung, die insbesondere abends und nachts auftritt. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie mehr als eine halbe Stunden zum Einschlafen benötigen, elf Prozent nahmen Schlafmittel zum Einschlafen. 38 % der Teilnehmer hatten eine Schlafapnoe, 32 % mittelschwere bis schwere Schlafstörungen und fast 37 % ein „Restless Legs“-Syndrom. Bei den meisten Patienten lag allerdings bisher keine entsprechende Diagnose durch einen Arzt vor.
„Ein hoher Prozentsatz der von uns befragten MS-Patienten leidet unter einer oder mehreren Arten von Schlafstörungen. Die meisten dieser Schlafstörungen wurden bisher nicht diagnostiziert und nicht behandelt,“ erläutert Prof. Brass. Die Ergebnisse der Studie stellen nach seiner Meinung die hohe Bedeutung der Diagnose von Schlafstörungen bei MS-Patienten als mögliche Ursache der MS-assoziierten Fatigue heraus. „Die Häufigkeit von Schlafstörungen, die Schlafmuster und die Klagen der Betroffenen über übermäßige Tagesmüdigkeit deuten darauf hin, dass das Vorliegen von Schlafproblemen eine unerkannte Epidemie unter MS-Patienten ist.“

Quelle: Medical News Today. MediLexicon, Intl., 16 September 2014