Schützt Stillen vor Multipler Sklerose?

Berlin (sr) – Frauen sollten ihre neugeborenen Kinder für mindestens vier Monate nach der Geburt stillen. Ähnlich wie bei anderen Autoimmunerkrankungen scheint das Stillen hinsichtlich der Entwicklung einer Multiplen Sklerose (MS) einen schützenden Effekt auszuüben. Dies zumindest ist das Ergebnis  einer Studie, die von einem Wissenschaftlerteam um Dr. B. Rosche von der Berliner Charité in der Fachzeitschrift „Multiple Sclerosis“ in der Ausgabe vom September 2012 veröffentlicht wurde. Dr. Rosche und Kollegen befragten dazu insgesamt 245 Patienten mit MS sowie 296 Kontrollpersonen mit einem standardisierten Fragenbogen, ob und wie lange sie im Säuglingsalter gestillt wurden. Anschließend wurde über eine statistische Analyse untersucht, ob bei diesen Personen zwischen dem Gestillt werden nach der Geburt und dem  Entstehen einer MS ein Zusammenhang besteht.Tatsächlich zeigte sich ein solcher Zusammenhang: Im Vergleich mit der Gruppe, die nicht gestillt wurde, zeigte sich ab dem vierten Stillmonat in der „Stillgruppe“ ein schützender Effekt.„Unsere Ergebnisse belegen die Hypothese, dass Personen, die als Säuglinge gestillt wurden, ein geringeres Risiko haben, später eine MS zu entwickeln“, so das Fazit der Forscher. „Sie stehen damit im Einklang mit früheren Studien in anderen Autoimmunerkrankungen, in denen ein protektiver Effekt des Stillens gezeigt werden konnte“.Quelle: Multiple Sclerosis Journal, vor Druck online veröffentlicht am 04.09.2012, doi: 10.1177/1352458512459683