Schwindel bei MS intensiv behandeln

Manitoba (sr) – Schwindelgefühle, Störungen von Gleichgewicht und Koordination gehören im Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) zu den häufigsten Symptomen. Bisher gibt es allerdings nur wenige Untersuchungen zur Häufigkeit, zum Schweregrad und zu den Auswirkung von Schwindel auf die Lebensqualität der Betroffenen.Ein kanadisch/amerikanisches Wissenschaftlerteam hat nun diese Fragen näher untersucht. Dazu werteten sie Daten von insgesamt 8123 MS-Patienten aus dem Register des Nordamerikanischen MS-Forschungs-Komitees aus. Die Basis dafür war ein von den Patienten ausgefüllter Fragebogen zum Ausmaß und zu Schwere ihrer Schwindelgefühle („Dizziness Handicap Inventory“, DHI). Die Ergebnisse des Fragebogens wurden dann von den Forschern in Beziehung gesetzt zu den klinischen Charakteristika der Patienten sowie zu demographischen Parametern wie Alter, Geschlecht oder Sozialstatus.Etwa 40 % der Befragten gaben an, dass sie sich durch Schwindelgefühle mäßig oder schwer beeinträchtigt fühlen. Die Wahrscheinlichkeit einer mäßigen oder schweren Beeinträchtigung verringerte sich mit höherem Sozialstatus und erhöhte sich bei einem höheren Behinderungsgrad des Patienten. Mit zunehmender Beeinträchtigung verringerte sich gleichzeitig die physische und mentale Lebensqualität der Betroffenen.„Wir konnten zeigen, dass Schwindel bei der MS ein häufiges Symptom ist und die Betroffenen dadurch oft stark beeinträchtigt sind“, erklärt Dr. Ruth Ann Marrie von der Abteilung für Innere Medizin der Universität Manitoba in Winnipeg, Kanada. „Das Symptom Schwindel bei MS sollte deshalb intensiver behandelt werden, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.“Quelle: Multiple Sclerosis an Related Disorders Band 2, Nr. 1, S. 21–28