Sehr gute Therapietreue von MS-Patienten bei Verwendung einer elektronischen Injektionshilfe

Barcelona (sr) – Moderne Injektionshilfen, die den Injektionsprozess vereinfachen, können helfen, die Therapietreue von Patienten mit Multipler Sklerose zu erhöhen. Dies zeigen die Ergebnisse einer großen internationalen Studie, die von Dr. med. Antonios Bayas, Leiter des MS-Schwerpunktes des Klinikums Augsburg, auf der diesjährigen Tagung der Europäischen neurologischen Gesellschaft (ENS) in Barcelona vorgestellt wurden. Insgesamt 666 Patienten mit schubförmiger MS nahmen an der Studie teil. Die Patienten erhielten ein Interferonpräparat, das mittels einer elektronischen Mehrfachdosis-Injektionshilfe verabreicht wurde. Ziel der Studie war die Beurteilung der Therapietreue und der Wirksamkeit der Therapie bei Anwendung der Injektionshilfe. Die Therapietreue war dabei definiert als der Anteil tatsächlich durchgeführter Injektionen an der berechneten Gesamtzahl der Injektionen gemäß Dosierungsschema. Darüber hinaus wurde der Anwendungskomfort der elektronischen Injektionshilfe untersucht. 555 der eingeschlossenen Patienten (83,3 %) nahmen über 12 Monate an der Studie teil. Dabei zeigte sich eine Therapietreue pro Patient von fast 97 %. Die Anzahl der versäumten Injektionen lag im Mittel bei 9,4 %. Als Grund für das Versäumen der Injektion wurde in den meisten Fällen „Vergesslichkeit“ angegeben. Nahezu 80 % der Patienten blieben während der Studienphase schubfrei. Die jährliche Schubrate verbesserte sich von 1,9 zu Studienbeginn auf 0,3. Dementsprechend wurde die Wirksamkeit der Therapie von den Studienärzten bei mehr als 70 % der Patienten als „exzellent“ oder „sehr gut“ bewertet. Eine ähnlich gute Bewertung gaben die Ärzte auch der Sicherheit der Therapie. Die Anwendung der elektronischen Injektionshilfe wurde von den Patienten als „sehr einfach“ bewertet. „Die Ein-Jahres Zwischenergebnisse unserer Studie deuten bei der Verwendung der elektronischen Injektionshilfe zur Verabreichung eines Interferonpräparates auf eine sehr gute Therapietreue bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose hin“, so Dr. Bayas in seinem Fazit. „Die Therapie zeigte eine sehr gute Wirksamkeit und es traten keine unerwarteten Nebenwirkungen auf. Die Anwendungsfreundlichkeit des verwendeten Autoinjektors wurde von den Patienten darüber hinaus positiv bewertet.“Quelle: Poster von Bayas, A et al., 23. Jahrestagung der Europäischen neurologischen Gesellschaft (ENS) in Barcelona 2013