Sind entzündliche Krankheiten Ergebnis der natürlichen Selektion?

Chicago (sr) – Einige der genetischen Varianten, die mit einem erhöhten Risiko einhergehen, eine entzündliche Erkrankung wie Multiple Sklerose oder Rheuma zu entwickeln, scheinen das Ergebnis der natürlichen Selektionsprozesse im Verlauf der Menschheitsgeschichte zu sein. Dies konnte jetzt eine Forschergruppe um Dr. Philipp de Jager von der Abteilung für Neurologie des „Brigham and Women’s Hospital“ (BWH) und Dr. Barbara Stranger von der Universität Chicago zeigen. Sie suchten dazu im gesamten genetischen Material nach Orten, die sowohl die Anfälligkeit für das Entstehen von entzündlichen Erkrankungen erhöhen, als auch im Lauf der Evolution das Ziel von Selektionsprozessen waren. Insgesamt konnten die Forscher so 21 Stellen identifizieren, für die beides zutraf.„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Genvarianten in der Vergangenheit an Häufigkeit zugenommen haben, um uns vor Viren, Bakterien und anderen Krankheits-erregern zu schützen“, erklärt Dr. Towfique Raj, Mitarbeiter am BWH. „In unserer modernen Welt haben sich die Umweltbedingungen und die Gefährdung durch Krankheitskeime verändert, so dass die Genvarianten, die uns ursprünglich schützen sollten, jetzt das Risiko für eine Autoimmunkrankheit erhöhen.“Quelle: Medical News Today 26. März 2013