Stress-Management beugt neuen Hirnläsionen bei Multipler Sklerose vor

Chicago (sr)  –  Patienten mit Multipler Sklerose, die ein Programm zur besseren Stressbewältigung absolvieren, entwickeln weniger neue Gehirnläsionen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie von Neurologen um Prof. David C. Moor von der Universität in Chicago, die jetzt in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurden. Mohr und seine Kollegen untersuchten, ob das Erlernen von Maßnahmen zur Stressbewältigung auch im MRT sichtbare Erfolge zeigt.Insgesamt 121 Patienten mit schubförmiger MS erhielten entweder eine Stressmanagement-Therapie oder wurden auf eine Warteliste (Kontrollgruppe) gesetzt. Die Stressmanagement- Therapie bestand aus 16 Einzelsitzungen verteilt über 24 Wochen sowie einer 24-wöchigen Nachbeobachtungszeit.Die Patienten der Stressbewältigungsgruppe blieben während der Therapie in der Kernspin-Tomographie deutlich häufiger frei von Gehirnläsionen als die Patienten der Kontrollgruppe (76,8 % gegenüber 54,7 %). Allerdings zeigte sich auch, dass dieser Effekt nicht über die 24-wöchige Therapiephase hinaus anhielt. Nach Abschluss der Therapie fühlten sich die Patienten wieder ähnlich unter Stress wie zuvor.„Unsere Studienergebnisse belegen, dass ein Stressmanagement-Programm bei MS das Entstehen von Gehirnläsionen verhindern kann“, so Prof. Mohr in seinem Fazit. Dass die Erfolge nicht anhaltend sind, sei möglicherweise die Folge davon, dass die Patienten die erlernten Verhaltensweisen nicht aufrechterhalten könnten.„Noch ist es zu früh, die Stressbewältigungs-Therapie zur Verhinderung einer MS-Progression einzusetzen“, erklärt Mohr. „Sie kann eine Therapie mit  krankheitsmodifizierenden Arzneimitteln nicht ersetzen.“ Ein solches Programm könne aber möglicherweise bei Problemen wie Fatigue oder depressiven Verstimmungen helfen.Quelle: Neurology, online veröffentlicht vor Druck, 11. Juli 2012