Sturzrisiko und Sturzangst bei Patienten mit Multipler Sklerose

Seattle (sr) – Patienten mit Multipler Sklerose (MS) unterliegen einer fortschreitenden Verschlechterung ihrer motorischen Leistungen und in der Folge einer Abnahme ihrer Mobilität. Bei älteren Menschen ist bekannt, dass mit zunehmender Behinderung und abnehmender Mobilität das Sturzrisiko ansteigt. Inwieweit dies auch für Patienten mit Behinderungen aufgrund einer MS zutrifft, wurde nun von einer Arbeitsgruppe um Dr. Patricia Matsuda von der Abteilung für Physikalische Therapie der Universität Seattle, USA, untersucht. In einer Umfrage versuchten die Forscher herauszufinden, wie viele MS Patienten tatsächlich stürzen, wie viele angeben, dass sie Sturzangst haben und ob sie deshalb unter Einschränkungen im Alltag leiden. Insgesamt wurden dazu 575 Patienten mit MS befragt. Etwa 62 % dieser Patienten berichteten über Sturzangst und 67 % gaben an, durch Stürze in ihren Aktivitäten beeinträchtigt zu sein. Auch von den Patienten, die bisher noch nicht stürzten, gaben immerhin noch ca. 25 % an, unter Sturzangst zu leiden. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Grad der Behinderung und der Anzahl der Stürze: je stärker die körperlichen Einschränkungen, desto häufiger kann es zu Stürzen kommen.”Allerdings steigt das Sturzrisiko nicht linear mit der Abnahme der Mobilitätsfunktion an”, kommentiert Dr. Matsuda ihre Ergebnisse. “Ab einem bestimmten Punkt geht ein weiterer Mobilitätsverlust mit weniger Stürzen einher, vermutlich weil diese Patienten aufgrund einer schweren Einschränkung nicht mehr gehen können und dadurch einem geringeren Sturzrisiko ausgesetzt sind.”Quelle: P. Matsuda et al., Physical Therapy 2012 92:407 – 415