Subkutanes Interferon ß-1a: Zulassung für MS im Frühstadium

Darmstadt (sr) – Patienten, die ein einzelnes demyelinisierendes Ereignis – ein frühes Zeichen einer MS – erlitten haben und für die ein hohes Risiko besteht, die Erkrankung zu entwickeln, können jetzt auch mit subkutanem Interferon ß-1a behandelt werden. Das Präparat hat Ende Januar von der europäischen Arzneimittelbehörde die Zulassung für Multiple Sklerose-Patienten im Frühstadium erhalten.Bei einem demyelisierenden Ereignis wird die isolierende Schicht der Nerven beschädigt. Es äußert sich z.B. als Entzündung des Sehnervs oder auch als ein sogenanntes Hirnstammsymptom wie es z.B. Schluckstörungen oder Augenmuskellähmungen sind.Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen der von der Firma Merck Serono durchgeführten REFLEX-Studie mit 517 Patienten. Die Studienteilnehmer erhielten entweder subkutanes Interferon ß-1a 44 Mikrogramm dreimal wöchentlich, subkutanes Interferon ß-1a 44 Mikrogramm einmal wöchentlich oder Placebo als subkutane Injektion. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren behandelt oder bis zum Auftreten eines zweiten Ereignisses, das zur klinisch gesicherten Diagnose einer MS-Erkrankung führte. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, nach zwei Jahren eine MS zu entwickeln, insbesondere bei dreimal wöchentlicher Dosierung signifikant geringer als bei Placebo war.„Bei Multipler Sklerose gibt es ein Anfangsstadium, in dem klinische Anzeichen nicht so ausgeprägt sind, es aber zu bleibenden neurologischen Schäden kommt“, sagt Dr. Annalisa Jenkins, Leiterin der weltweiten Arzneimittelentwicklung von Merck Serono. „Mit der Zulassung von subkutanem Interferon ß-1a steht den Neurologen nun eine neue Behandlungsoption für Patienten mit ersten Anzeichen dieser verheerenden Krankheit zur Verfügung“, so Dr. Jenkins weiter.Quelle: Pressemitteilung Merck 25.Januar 2012, Lancet Neurol 2011; 10: 33–41,