Telefonbetreuung führt zu höherer Therapietreue bei MS-Patienten unter subkutanem Interferon

Amsterdam (sr) Mangelnde Therapietreue der Patienten ist auch bei der Behandlung von Multiple Sklerose-Patienten ein nicht zu unterschätzendes Problem. Untersuchungen zeigen, dass MS-Patienten, die ihre Therapie nicht konsequent durchführen, ein erhöhtes Risiko für das schnelle Fortschreiten der Erkrankung besteht.Ob eine regelmäßige telefonische Betreuung von MS-Patienten unter einer Interferon ß-1a-Therapie die Therapietreue verbessert, untersuchten E. Papademetriou und Kollegen aus Amsterdam. Patienten, die bei einer Versandapotheke subkutanes Interferon ß-1a bestellten, konnten dabei auf freiwilliger Basis an einem Programm teilnehmen, das u.a. Beratungs- und Motivationsanrufe sowie E-Mail Erinnerungen für ihre Arztbesuche umfasste.„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass eine telefonische Beratung  durch einen Apotheker geeignet ist, die Therapietreue bei Patienten mit Multipler Sklerose zu gewährleisten“, wie Papademetriou während des Europäischen Multiple Sklerose Kongresses in Amsterdam erklärte.So sei bei den Teilnehmern des Programms die Therapietreue deutlich besser gewesen als bei Patienten ohne entsprechende Betreuung. Nach einem Jahr hätten noch annähernd 75 % der Programmteilnehmer regelmäßig ihr Medikament gespritzt, gegenüber nur 50 % in der Kontrollgruppe. Mehr als 78 % der Patienten im Programm seien darüber hinaus schubfrei geblieben, so Papademetriou abschließend.Quelle: E. Papademetriou et al., ECTRIMS Amsterdam 2011, P 1045