Tuberkulose-Impfung bei Multiple Sklerose Erfolg versprechend

Rom (sr) – Eine Impfung gegen Tuberkulose (TB) kann möglicherweise die Entstehung einer Multiplen Sklerose verhindern. Dies zumindest ist das Ergebnis einer Studie, die von Forschern um Dr. Giovanni Ristori von Sapienza Universität Rom in Italien kürzlich in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde.

Insgesamt wurden in die Studie 73 Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom, der Frühform einer Multiplen Sklerose, eingeschlossen. Davon erhielten 33 eine Injektion mit dem sogenannten BCG-Impfstoff gegen TB, während den restlichen Teilnehmern ein Placebopräparat verabreicht wurde. Alle Patienten unterzogen sich nach 6 Monaten einer Magnetresonanzuntersuchung (MRT) des Gehirns und wurden dann über ein Jahr mit Interferon beta-1a behandelt. Die Patienten wurden über insgesamt fünf Jahre nachbeobachtet. Dabei zeigte sich, dass die geimpften Patienten im MRT mit durchschnittlich drei Hirnläsionen wesentlich weniger solcher Läsionen aufwiesen als die Placebopatienten, bei denen im Mittel 7 Läsionen gefunden wurden. Bei Studienende hatten 70 % der Patienten aus der Placebogruppe eine voll ausgebildete MS entwickelt gegenüber nur 42 % der geimpften Patienten. Obwohl bei der Studie keine Nebenwirkungen auftraten warnt Dr. Ristori: “Unsere Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Es ist aber noch viel Arbeit zur Erforschung der Langzeitwirksamkeit und -sicherheit dieses Lebend-Impfstoffs zu tun. Ärzte sollten jetzt auf keinen Fall damit beginnen, eine MS oder ein klinisch isoliertes Syndrom mit TB-Impfstoff zu behandeln.“

Quelle: Medicals News today vom 10.1.2014