Verzicht auf die Zigarette senkt bei Multipler Sklerose (MS) das Progressionsrisiko

Philadelphia (sr) Es gibt zweifellos genügend Gründe mit dem Rauchen aufzuhören, insbesondere auch für Patienten mit Autoimmunerkrankungen wie der Arthritis und der Schuppenflechte, beides Immunerkrankungen, die durch das Rauchen verschlechtert werden.

Nun gibt es auch einen weiteren Grund für Betroffene mit MS: Ein Forscherteam vom Nottingham University Hospital um Dr. Cris Constantinescu konnte zeigen, dass ein Rauchstopp das Risiko für ein Fortschreiten der MS deutlich senkt. Dazu werteten Dr. Constantinescu und seine Kollegen Daten von 681 Patienten mit MS aus. Beim Auftreten ihrer MS waren 18 % der Studienteilnehmer ehemalige Raucher, 33 % waren aktive Raucher. 16 % der Teilnehmer rauchten auch während der Studie weiter. Erhoben wurden Daten zu Krankheitsdauer, Art der Behandlung sowie Schwere der Krankheit und Behinderungsgrad der Patienten. Daraus wurde das Risiko der Patienten berechnet, durch das Rauchen einen Behinderungsgrad von EDSS 4, EDSS 6 oder eine progredient verlaufende MS zu entwickeln. Es zeigte sich, dass jedes Jahr Nichtrauchen zu einer Abnahme des Risikos, einen EDSS-Wert von 6 zu erreichen, um etwa fünf Prozent führte. Das Risiko für ein Fortschreiten der MS verringerte sich nach einem Rauchstopp darüber hinaus jährlich um etwa drei Prozent.

„Bei den von uns untersuchten MS-Patienten führte ein Rauchstopp zu einer signifikanten Verringerung des Risikos einer Progression der Krankheit“, fasst Dr. Constantinescu seine Studienergebnisse zusammen. „Man sollte deshalb für Raucher beim Krankheitsbeginn auf jeden Fall entsprechende Rauchentwöhnungsprogramme zur Verfügung stellen können.“

Quelle: American Academy of Neurology (AAN), Annual Meeting 2014, Abstract P6.141