Übergewicht und die Pille erhöhen MS-Risiko

PHILADELPHIA (sr) – Das „Übergewichtshormon“ Leptin und bestimmte Hormone in der „Pille“ scheinen das Risiko für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose (MS) zu erhöhen.

Dies zeigen die Ergebnisse zweier neuer Studien, die während des Jahreskongresses der Amerikanischen Neurologischen Akademie vorgestellt wurden.
In der ersten Studie analysierten Dr. Jorge Correale und Kollegen vom Raúl Carrera Institut für Neurologische Forschung in Buenos Aires, Argentinien, den Body Mass Index (BMI) von insgesamt 420 Personen im Alter von 15 bis 20 Jahren. Sie fanden heraus, dass Studienteilnehmer, die im Alter von 20 Jahren übergewichtig waren, ein doppelt so hohes Risiko für die Entwicklung einer MS hatten wie nicht übergewichtige Personen. Darüber hinaus zeigte die Studie, dass die Teilnehmer mit hohem BMI auch hohe Leptinspiegel im Blut hatten. Leptin ist ein Eiweiß, das im Fettgewebe produziert wird und an der Regulierung der Fettspeicherung und des Appetits beteiligt ist. „Leptin ist außerdem an der Entstehung entzündlicher Prozesse im Körper beteiligt“, sagt Dr. Correale. „Dies könnte den Zusammenhang zwischen Übergewicht und MS-Entstehung erklären.“

In der zweiten Studie analysierten Forscher um Dr. Kirstin Hellwig vom Kaiser Permanente Institut in Süd-Kalifornien Daten von 305 Frauen mit klinisch isoliertem Syndrom, der Frühform einer MS. Dabei verglichen sie diese Frauen hinsichtlich der Einnahme der Pille mit Frauen ohne MS. Die Auswertung der Studienergebnisse zeigte, dass Frauen, die ein hormonelles Verhütungsmittel eingenommen hatten, eine 35 % höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer MS hatten. In einem Kommentar zu ihren Ergebnissen sagt Dr. Hellwig: „Der Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln scheint zumindest teilweise zur Zunahme der MS bei Frauen beizutragen.“

Quelle: Medical News Today 28. Februar 2014