UV-Licht beruhigt das Immunsystem

MÜNSTER (sr) – Neben einer genetischen Prädisposition spielen bei der Entstehung vieler Autoimmunerkrankungen häufig auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle.

So wird einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel bei der Multiplen Sklerose (MS) eine Schutzwirkung zugeschrieben. Vitamin D wird in der menschlichen Haut mithilfe des Sonnenlichts gebildet. Eine Forschergruppe um Professor Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie und Professor Thomas Luger, Direktor der Klinik für Dermatologie der Universitätsklinik Münster hat nun untersucht, welche Mechanismen der positiven Wirkung von UV-Licht auf das Immunsystem zugrunde liegen. Sie fanden im Blut von Patienten, die zuvor mit UV-B-Licht bestrahlt wurden, schon einen Tag später vermehrt bestimmte Zelltypen, die regulatorische T-Zellen und dendritische Zellen genannt werden. Diese Zelltypen halten das Immunsystem davon ab, sich selbst anzugreifen – verhindern also Autoimmunreaktionen. Die UV-B-Strahlung löst die Bildung von regulatorischen Zellen aus, die über das Blut bis zum Nervensystem wandern und dort ihre schützende Wirkung entfalten. Allerdings hält diese nur kurz: Wurde die Bestrahlung auch nur für wenige Tage unterbrochen, verschlechterten sich Blutwerte und Immunsystem wieder.

Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) hat sich die Lichttherapie bereits etabliert. Noch weiß man allerdings nicht, ob UV-Licht therapeutisch auch bei Multipler Sklerose wirkt. „Die Wirkung des Lichts auf das Immunsystem geht aber deutlich über das hinaus, was wir mit einer erhöhten Vitamin-D-Produktion erklären können“, kommentiert Professor Wiendl die Ergebnisse seiner Studie.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) mit dem Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS), 12. November 2014 und Breuer J et al. Ann Neurol 2014 May 14