Vaskuläre Risiken verschlechtern die Prognose bei Multipler Sklerose

Winnipeg (sr) – Multiple Sklerose (MS)-Patienten mit einer oder mehreren vaskulären Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin besitzen ein erhöhtes Risiko einer Behinderungsprogression. Dabei erhöht sich das Risiko mit der Zahl der entsprechenden Begleiterkrankungen. Dies zeigt die Auswertung der Daten von insgesamt 8983 Patienten des US-amerikanischen MS-Registers, die von Dr. Ruth Ann Marrie und Kollegen vom Zentrum für Gesundheitswissenschaften, Winnipeg, in einem Artikel der Zeitschrift Neurology veröffentlicht wurde.Nach den Ergebnissen der Analyse zeigten Patienten mit einem oder mehreren der Risikofaktoren nach 11 Jahren leichte Einschränkungen der Gehfähigkeit, während dies bei MS-Patienten ohne diese Risikofaktoren erst nach 16 Jahren der Fall war. Eine Gehhilfe benötigten die Patienten mit Risikofaktoren schon nach 13 Jahren, diejenigen ohne die entsprechenden Begleiterkrankungen erst nach 19 Jahren. Lagen mehrere Risikofaktoren vor, war der Effekt entsprechend stärker ausgeprägt: So war bei Vorliegen von zwei unabhängigen vaskulären Erkrankungen das Risiko um bis zu 200 % erhöht. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass eine aggressive Therapie der vaskulären Begleiterkrankungen möglicherweise dazu beiträgt, die Behinderungsprogression bei MS-Patienten zu verzögern, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. Quelle: Ärzte Zeitung vom 19.05.2012, Neurology 2010;74:1041–1047