Vater werden mit MS?

Barcelona (sr) – Viele Paare mit Kinderwunsch, bei dem einer der Partner an MS leidet, fürchten, dass ihre Krankheit einen negativen Einfluss auf das Neugeborene haben könnte. Nach heutigem Wissen gilt das Vorliegen einer Multiplen Sklerose nicht mehr als Grund, Frauen mit Kinderwunsch von einer Schwangerschaft abzuraten. Die Ergebnisse einer Studie, die Dr. Ellen Lu und Kollegen vom Coastal Health Forschungsinstitut in Vancouver, Kanada, auf der Jahrestagung der Europäischen Neurologischen Gesellschaft (ENS) im Juni in Barcelona vorgestellt hat, haben nun gezeigt, dass es auch keinen Zusammenhang gibt zwischen väterlicher MS und dem Auftreten von Frühgeburten oder zu geringem Geburtsgewicht des Neugeborenen. Die Forscher verglichen dazu die Daten von 198 Neugeborenen von Vätern mit MS mit denen von 836 Neugeborenen von Vätern aus der Allgemeinbevölkerung. Dabei zeigte sich, dass Kinder von MS-Vätern ein vergleichbares  Geburtsgewicht hatten wie solche von gesunden Vätern (3,487 g vs. 3,491 g). Das Gestationsalter, d. h. die Schwangerschaftsdauer, war in beiden Gruppen mit 39 Wochen gleich. „Im Gegensatz zu anderen Studien bei Vätern mit Autoimmunerkrankungen konnten wir bei Vätern mit Multipler Sklerose keinen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Auftreten von Geburtsfehlern bei ihren Nachkommen finden“, sagt Dr. Lu. Unsere Studienergebnisse tragen sicher zur Beruhigung von werdenden Vätern mit MS und deren Familien bei.“Quelle: Poster von Lu, E. et al., 23. Jahrestagung der Europäischen neurologischen Gesellschaft (ENS) in Barcelona 2013