Verbesserte Lebensqualität durch Beinkrafttraining

Victoria (sr) – Bis zu 80 % der Patienten mit einer Multiplen Sklerose (MS) leiden unter Einschränkungen ihrer Gehfähigkeit und sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Gehbehinderungen gehören zu den physisch und emotional am stärksten belastenden Erscheinungen mit Auswirkungen auf das Privat- und Berufsleben und damit auch auf die gesamte Lebensqualität der Betroffenen. Ein Forscherteam um Dr. Karen Dodd aus Victoria in Australien hat nun festgestellt, dass ein gezieltes Krafttraining für die Beine bei Patienten mit MS die Lebensqualität verbessern kann. An ihrer Studie nahmen insgesamt 71 Patienten mit schubförmiger MS teil. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe führte zweimal pro Woche über 10 Wochen ein Krafttraining für die untere Beinmuskulatur durch, die zweite Gruppe erhielt nur ihre übliche Behandlung. Zusätzlich nahmen sie an einem einstündigen wöchentlichen sozialen Programm teil. Vor Studienbeginn und bei Studienende sowie nach weiteren 12 Wochen untersuchten Dodd und Kollegen bei den Teilnehmern die Auswirkungen dieses Krafttrainings auf verschiedene Parameter. Dabei zeigten sich bei den Patienten der Trainingsgruppe Verbesserungen der Kraftausdauer, der Lebensqualität sowie eine Verringerung der Fatigue. Die Gehfähigkeit wurde allerdings nicht verbessert. Die Effekte seien allerdings nicht nachhaltig, so Dodd in ihrem Fazit. Nach Ablauf der 12-wöchigen Nachbeobachtungszeiten hätten sich die entsprechenden Werte von Trainings- und Kontrollgruppe wieder angenähert.Quelle: Multiple Scler 2011, 17 (1362-1374)