Vorliegen von Rückenmarksläsionen ist mit höherem MS-Risiko verbunden

Buenos Aires (sr) – Eine frühzeitige Diagnose und damit verbunden die Möglichkeit, frühzeitig mit einer immunmodulierenden Therapie beginnen zu können, ist entscheidend für die Prognose einer Multiplen Sklerose (MS). Ein Wissenschaftlerteam vom Italienischen Krankenhaus Buenos Aires um Dr. L. Patrucco hat nun untersucht, inwieweit das Vorliegen bestimmter örtlich begrenzter Veränderungen im Rückenmark (fokale Läsion) eine Voraussage hinsichtlich der Umwandlung eines klinisch isolierten Syndroms (Vorstufe der MS) in eine voll ausgebildete MS erlaubt.Insgesamt 75 Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom wurden dazu mittels Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht. Während der Beobachtungszeit von durchschnittlich 72,5 Monaten entwickelten 23 dieser Patienten eine voll ausgebildete MS. Nur zwei davon hatten zu Beginn der Studie keine Läsion im Rückenmark, acht Patienten hatten eine Läsion und 13 zwei oder mehr Läsionen. „Unsere Daten zeigen, dass das Vorliegen von zwei oder mehr solcher fokalen Läsionen im Rückenmark von Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom mit einem erhöhten Risiko einhergeht, später eine MS zu entwickeln“, so Dr. Petrucci zusammenfassend. „Dieses Risiko besteht unabhängig davon, ob gleichzeitig im MRT schon Gehirnläsionen oder in der Nervenflüssigkeit MS-spezifische Eiweißstoffe nachweisbar sind.“Quelle: L. Patrucco und Kollegen: Journal of Neurology, 2012, Band 259, Nr. 7, Seiten 1317-1320