Vorteile für hochfrequentes, hochdosiertes Inteferon beta bei der Behandlung früher MS-Symptome

Mailand (sr) Die rechtzeitige Behandlung mit Interferon-beta kann bei Patienten mit ersten Anzeichen einer beginnenden MS, dem sogenannten klinisch isolierten Syndrom,  helfen, weitere Schübe und damit den Ausbruch der Erkrankung hinauszuzögern. Ergebnisse aus einer klinischen Studie, die Prof. Giancarlo Comi aus Mailand gemeinsam mit weiteren Forschern aus Europa und Kanada durchgeführt hat, haben nun gezeigt, dass eine hochdosierte und hochfrequente Interferonbehandlung offenbar besser wirkt als eine nur einmal wöchentliche Gabe der Substanz. Comi und Kollegen behandelten insgesamt 515 Patienten mit einem ersten auf eine MS hindeutendem klinischen Ereignis entweder mit hochdosierten subkutanem Interferon beta-1a dreimal wöchentlich, einmal wöchentlich oder mit einem Scheinmedikament. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, nach zwei Jahren eine den McDonald Kriterien von 2005 entsprechende MS zu entwickeln, bei dreimal wöchentlicher Dosierung mit 65,5 % signifikant geringer war als bei einmal wöchentlicher Gabe, bei der dies bei 75,5 % der Patienten der Fall war.Eine hochdosierte, hochfrequente Anwendung von subkutan verabreichten Interferon beta-1a scheint somit gegenüber einer geringeren Dosis Vorteile zu bieten. Dies wurde auch von der europäischen Arzneimittelbehörde anerkannt, die kürzlich eine positive Stellungnahme zur dreimal wöchentliche Gabe von subkutanem Interferon beta-1a mit einem ersten, auf eine MS hindeutendem klinischen Ereignis, ausgesprochen hat.Quelle: Lancet Neurol 2011; 10: 33–41, Pressemitteilung Merck November 2011