Wärme kommt von innen

Portrait von Gabriele Kouth, MS-Schwester des Jahres 2013
Aufgezeichnet von Susanne Plaßmann und Maximilian Dorner

An manchen schönen Herbsttagen bricht sich das Licht auf fast magische Weise in den Bäumen. Gabriele geht dann gerne mit ihrem Labrador-Hund in den Auen der Ruhr spazieren und lässt sich von den letzten warmen Sonnenstrahlen wärmen.

Wenn sie wieder nach Hause kommt, freut sie sich am meisten auf ihren Mann, wie schon seit einem Vierteljahrhundert. Die ganze Familie ist sehr sozial eingestellt, der Vater ihrer beiden Kinder ist im Bereich familiärer Pflege tätig. Für Gabriele ist das alles ganz normal. Sie arbeitet schon immer in der Neurologie, als Stations- und Ausbildungsleiterin. Da lag es nahe, dass man sie fragte, ob sie sich nicht verstärkt um MS-Patienten kümmern möchte. Ihr hat das von Anfang an gefallen, vor allem, dass sie sich so endlich die Zeit für den Einzelnen nehmen kann, wie sie es sich schon immer gewünscht hat und auch Hausbesuche machen kann. Nur so kann sie auch auf die emotionalen Befindlichkeiten ihrer Patienten besser eingehen. Manche erlebt sie als extrem euphorisch, die sind immer gut gelaunt, andere sehr niedergeschlagen. Sie versucht mit Wärme auf alle einzugehen. Auch in der Ausbildung junger Schwesternschülerinnen versucht sie zu vermitteln, dass man sich auf jeden Patienten neu einstellen muss.

Und das wird ihr gedankt. Eine ältere Dame, die sie seit fünfzehn Jahren betreut, hat sie einmal mit einem Blumenstrauß regelrecht überfallen und sie fest umarmt. Diese Begegnung hat sie sehr berührt und wirkt immer noch nach.
Und so kreisen auch ihre Wünsche für die Patienten genau darum: Dass diese Hilfe annehmen können und dass diese hoffentlich bald auch für die schweren Verläufe möglich wird.
Für sich selbst bleibt sie ganz bescheiden: Sie möchte einfach auch zukünftig so zufrieden und erfüllt in die Arbeit gehen wie heute. – Ach ja, vielleicht doch noch eines, was sie sich wünscht: eine Vespa, das wäre doch toll!