Wann beginnen, wie behandeln?

Hamburg (sr) – Lange Zeit war es bei der Therapie der Multiplen Sklerose üblich, erst dann mit der Behandlung zu beginnen, wenn bleibende Symptome der Erkrankung aufgetreten waren. Dieses Konzept ist heutzutage allerdings nicht mehr haltbar, wie Prof. Ralf Gold von der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum anlässlich des 8. Innovativen MS Symposiums der Firma Merck Serono in Hamburg erklärte.Aufgrund der Entwicklung neuer Kriterien für die MS-Diagnose sowie der Ergebnisse neuerer Studien habe hier ein Umdenken eingesetzt. So habe man z.B. durch Gewebeuntersuchungen zeigen können, dass die Krankheitsaktivität gerade im Frühstadium besonders hoch ist.Behandelt man Patienten schon früh nach Auftreten eines ersten klinischen Symptoms mit einer immunmodulatorischen Therapie, z.B. in der REFLEX-Studie mit hochdosiertem subkutanem Interferon ß-1a, verringert sich so das Risiko eine MS zu entwickeln, um bis zu 52 %.„Möglicherweise wird auch die Langzeitprogression durch eine Frühtherapie reduziert“, erklärte Gold abschließend. „Hier warten wir mit Spannung auf die Ergebnisse der weiteren Verlaufsbeobachtungen bei den im Rahmen der Studien behandelten Patienten“.Quelle: R. Gold,  Wann beginnen, wie behandeln? Schlüsselfragen der modernen MS-Therapie, 8. Interaktives Symposium Merck Serono, Hamburg, 06.02.2012