Warmes Wetter verschlechtert kognitive Leistung von MS-Patienten

Newark (sr) – Schon seit längerem ist bekannt, dass bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) bei warmen Wetter häufiger Schübe auftreten und in der Magnetresonanztomographie vermehrt Läsionen zu beobachten sind, die auf eine vermehrten Krankheitsaktivität hindeuten.Ein Wissenschaftlerteam um Dr. Victoria Leavitt aus Newark in den USA untersuchte nun, inwieweit höhere Temperaturen einen Einfluss auf die kognitiven Leistungen von MS-Patienten haben.In einer Querschnittstudie prüften die Wissenschaftler über das Jahr verteilt an unterschiedlich heißen und kalten Tagen bei 40 MS-Patienten und bei 40 gesunden Personen Gedächtnis, Lernfähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Dabei zeigte sich, dass wärmere Außentemperaturen bei den MS-Patienten eine schlechtere kognitive Leistungsfähigkeit bedingen. Bei den Kontrollpersonen ließ sich dagegen kein Unterschied nachweisen.Ähnliche Ergebnisse zeigten sich in einer von Leavitt und Kollegen parallel durchgeführten Längsschnittstudie. In dieser Studie bestimmten sie bei 45 weiteren MS-Patienten im Abstand von sechs Monaten jeweils zweimal den kognitiven Status. Das Ergebnis auch hier: Je wärmer es war, desto geringer war die kognitive Leistungsfähigkeit der Patienten.Damit sehen Leavitt und ihre Kollegen den bekannten Zusammenhang zwischen höheren Temperaturen und einer höheren Krankheitsaktivität bei MS-Patienten bestätigt. „Unsere Ergebnisse haben Implikationen hinsichtlich der Planung künftiger klinischer Studien, für die Therapie und auch für den Lebensstil der Patienten“, erklärt Leavitt. „Darüber hinaus könnte der kognitive Status auch ein potentieller Marker für „stille“ Verschlimmerungen der Krankheit sein.“Quelle: Neurology 2012, Epub ahead of print, 7. März 2012