Was passiert beim Absetzen einer MS-Therapie?

New York (sr) – Was passiert eigentlich, wenn Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ihr Medikament absetzen? Bisher ist nur wenig über das Fortschreiten einer MS nach Absetzen einer krankheitsmodifizierenden Therapie bei klinisch stabilen Patienten bekannt.

Um der Frage nachzugehen, ob es Situationen gibt, die ein sicheres Absetzen einer solchen Therapie ermöglichen, haben Forscher um Dr. Ilya Kister vom Langone Multiple Sklerose Zentrum der Universität New York Daten von 181 Patienten des weltweiten MSBase-Registers ausgewertet. Sie analysierten dazu Schubraten und Krankheitsprogression von MS-Patienten, die eine krankheitsmodifizierende Therapie abgesetzt hatten. Die Patienten mussten vorher mindestens drei Jahre ein solches Medikament genommen haben, sowie über mindestens fünf Jahre schubfrei sein und eine stabile Krankheitsprogression aufweisen.

„Trotz eines langen Zeitraums mit stabiler Krankheit unter kontinuierlicher Behandlung entwickelten eine große Zahl der Patienten, die ihre Therapie abgebrochen hatten, Schübe oder eine Behinderungsprogression“, erläutert Dr. Kister seine Ergebnisse. „Etwa ein Viertel der Patienten erlitt innerhalb von drei Jahren nach Absetzen einen Schub und bei 32 % wurde eine anhaltende Behinderungsprogression beobachtet. Bei ca. 10 % der Patienten traten sowohl Schübe als auch eine Behinderungsprogression auf.“
Wurde die Behandlung wieder aufgenommen, ging dies wiederum mit einer nahezu 60 %-igen Risikoverminderung für eine weitere Behinderungsprogression einher.

Quelle: Medical News today vom 22.April 2015