Zwei neue MS-Medikamente in der Entwicklung bei Merck Serono

Darmstadt (sr) – Zwei neuartige Arzneistoffe werden seit kurzem in Europa auf ihre Wirksamkeit bei der Behandlung der schubförmigen MS untersucht. Bei der Substanz mit der Laborbezeichnung ONO-4641 handelt es sich um eine Tablette, die den Übertritt entzündungsfördernder Lymphozyten aus den Lymphdrüsen ins Blut hemmt und so deren Einwanderung ins Zentralnervensystem verhindert. Im Gegensatz zu ähnlichen Substanzen aus der gleichen Gruppe von Wirkstoffen scheint ONO-4641 sehr viel zielgerichteter zu wirken und hat aus diesem Grund möglicherweise weniger Nebenwirkungen. Darauf deuten zumindest die ersten Ergebnisse einer klinischen Studie hin, die auf dem Europäischen Multiple-Sklerose-Kongress in Göteborg vorgestellt wurden. Mit der internationalen „DreaMS“-Studie hat inzwischen die zweite Phase der klinischen Entwicklung begonnen.Die zweite neue Substanz (Laborbezeichnung PI-2301) ist ein sogenanntes Peptid-Copolymer der zweiten Generation. PI-2301 modifiziert bestimmte Abläufe des Immunsystems und ist so in der Lage, Autoimmunreaktionen, wie sie bei der Multiplen Sklerose vorkommen, zu kontrollieren. In der ersten Phase der klinischen Studien zeigte sich die Substanz als sicher und wirksam, so dass auch hier mit der weiteren klinischen Entwicklung begonnen werden konnte.Beide Wirkstoffe werden in Europa von Merck Serono entwickelt und sollen künftig auch von dem Darmstädter Konzern vermarktet werden.Quelle: Merck Serono Pressemitteilungen 19.09.2011/04.10.2011